Mein Lieblingsgewürz
26.06.2026
Warum die Antwort für einen Koch gar nicht so einfach ist
Wenn man einen Koch fragt, was sein Lieblingsgewürz ist, erwartet man wahrscheinlich eine schnelle Antwort. Pfeffer. Chili. Muskat. Vielleicht Safran.
Die Wahrheit ist aber ähnlich kompliziert wie die Frage nach meinem Lieblingsrezept.
Denn auch hier geht es nicht nur um Geschmack. Es geht um Erinnerungen, um Kultur, um Tradition, um Gesundheit und darum, welche Geschichten ein Gewürz erzählen kann.
Und genau deshalb musste ich über die Frage nach meinem Lieblingsgewürz länger nachdenken, als man vielleicht erwarten würde.
Denn auch hier geht es nicht nur um Geschmack. Es geht um Erinnerungen, um Kultur, um Tradition, um Gesundheit und darum, welche Geschichten ein Gewürz erzählen kann.
Und genau deshalb musste ich über die Frage nach meinem Lieblingsgewürz länger nachdenken, als man vielleicht erwarten würde.
Was ist eigentlich ein Gewürz?
Schon das Wort selbst ist spannend. Im Wort Gewürz steckt die Würze. Also genau das, was einem Gericht Charakter verleiht. Etwas, das Geschmack verstärkt, verändert oder ergänzt.
Dabei denken viele Menschen zuerst daran, dass Gewürze Essen einfach besser schmecken lassen. Das stimmt natürlich. Aber Gewürze können deutlich mehr.
Viele enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, ätherische Öle oder Bitterstoffe, die seit Jahrhunderten geschätzt werden. Sie können die Verdauung unterstützen, Magensäfte anregen, Blähungen reduzieren oder einfach dazu beitragen, dass ein Gericht bekömmlicher wird.
Ein klassisches Beispiel dafür ist Kümmel. Gerade bei schwereren Speisen oder Kohlgerichten wird Kümmel seit Generationen verwendet, weil er verdauungsfördernde Eigenschaften besitzt und Blähungen reduzieren kann.
Unsere Vorfahren wussten oft sehr genau, warum bestimmte Gewürze in bestimmten Gerichten landeten, auch wenn sie die chemischen Hintergründe noch nicht erklären konnten.
Dabei denken viele Menschen zuerst daran, dass Gewürze Essen einfach besser schmecken lassen. Das stimmt natürlich. Aber Gewürze können deutlich mehr.
Viele enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, ätherische Öle oder Bitterstoffe, die seit Jahrhunderten geschätzt werden. Sie können die Verdauung unterstützen, Magensäfte anregen, Blähungen reduzieren oder einfach dazu beitragen, dass ein Gericht bekömmlicher wird.
Ein klassisches Beispiel dafür ist Kümmel. Gerade bei schwereren Speisen oder Kohlgerichten wird Kümmel seit Generationen verwendet, weil er verdauungsfördernde Eigenschaften besitzt und Blähungen reduzieren kann.
Unsere Vorfahren wussten oft sehr genau, warum bestimmte Gewürze in bestimmten Gerichten landeten, auch wenn sie die chemischen Hintergründe noch nicht erklären konnten.
Österreich und die große Liebe zur Zurückhaltung
Wenn man in Österreich aufwächst, ist das Thema Gewürze ohnehin etwas Besonderes.
Denn seien wir ehrlich: Wir sind kulinarisch nicht gerade als Gewürz-Weltmeister bekannt.
Traditionell bestand die Gewürzschublade in vielen Haushalten aus: Salz, Zucker, Pfeffer, Kümmel und Majoran. Und wer besonders experimentierfreudig war, hatte vielleicht noch Muskat zu Hause. Das war es oft schon.
Unsere Küche war lange Zeit sehr produktorientiert. Die Qualität der Zutaten stand im Vordergrund und weniger die Vielfalt der Gewürze. Schaut man dagegen Richtung Mittelmeer, beginnt sich das Bild zu verändern. Je weiter man Richtung Süden reist, desto größer wird die Vielfalt. Frische Kräuter. Getrocknete Kräuter. Samen. Wurzeln. Harze. Rinden. Blüten. Dort werden Gewürze nicht nur für den Geschmack verwendet, sondern auch zur Konservierung, zur Unterstützung der Verdauung und als Teil einer jahrhundertealten Esskultur.
Noch deutlicher wird das in Ländern wie Indien. Dort werden Gewürze oft in einer Vielfalt eingesetzt, die für viele Mitteleuropäer zunächst überwältigend wirkt. Für manche sogar zu intensiv. Zu scharf. Zu komplex.
Dabei ist auch Schärfe nicht gleich Schärfe. Die Wärme von Ingwer unterscheidet sich deutlich von der Schärfe einer Chili. Pfeffer fühlt sich anders an als Senf. Kurkuma wirkt anders als Capsaicin.
Je tiefer man in die Welt der Gewürze eintaucht, desto faszinierender wird sie.
Denn seien wir ehrlich: Wir sind kulinarisch nicht gerade als Gewürz-Weltmeister bekannt.
Traditionell bestand die Gewürzschublade in vielen Haushalten aus: Salz, Zucker, Pfeffer, Kümmel und Majoran. Und wer besonders experimentierfreudig war, hatte vielleicht noch Muskat zu Hause. Das war es oft schon.
Unsere Küche war lange Zeit sehr produktorientiert. Die Qualität der Zutaten stand im Vordergrund und weniger die Vielfalt der Gewürze. Schaut man dagegen Richtung Mittelmeer, beginnt sich das Bild zu verändern. Je weiter man Richtung Süden reist, desto größer wird die Vielfalt. Frische Kräuter. Getrocknete Kräuter. Samen. Wurzeln. Harze. Rinden. Blüten. Dort werden Gewürze nicht nur für den Geschmack verwendet, sondern auch zur Konservierung, zur Unterstützung der Verdauung und als Teil einer jahrhundertealten Esskultur.
Noch deutlicher wird das in Ländern wie Indien. Dort werden Gewürze oft in einer Vielfalt eingesetzt, die für viele Mitteleuropäer zunächst überwältigend wirkt. Für manche sogar zu intensiv. Zu scharf. Zu komplex.
Dabei ist auch Schärfe nicht gleich Schärfe. Die Wärme von Ingwer unterscheidet sich deutlich von der Schärfe einer Chili. Pfeffer fühlt sich anders an als Senf. Kurkuma wirkt anders als Capsaicin.
Je tiefer man in die Welt der Gewürze eintaucht, desto faszinierender wird sie.
Was macht eigentlich ein Lieblingsgewürz aus?
Wenn ich darüber nachdenke, welche Eigenschaften ein Lieblingsgewürz für mich haben muss, dann kommen mehrere Dinge zusammen.
Es sollte:
Es sollte:
- vielseitig einsetzbar sein
- einen gesundheitlichen Nutzen haben
- geschmacklich spannend sein
- Emotionen und Erinnerungen auslösen
- sowohl in einfachen als auch in komplexen Gerichten funktionieren
Und genau deshalb lande ich am Ende immer wieder beim selben Gewürz.
Mein Lieblingsgewürz ist Zimt
Nicht Chili. Nicht Pfeffer. Nicht Muskat. Sondern Zimt.
Und zwar aus mehreren Gründen. Der erste Grund ist wahrscheinlich der emotionalste. Es gibt kaum ein Gewürz, das bei mir so unmittelbar Erinnerungen auslöst. Sobald ich im Herbst oder Winter den Duft von Zimt wahrnehme, passiert etwas. Man denkt sofort an Weihnachten. An Kekse. An Punsch. An Bratäpfel. An Weihnachtsmärkte. An Familienfeiern. An Kindheitserinnerungen. Kaum ein anderes Gewürz besitzt diese Fähigkeit so stark. Ein einziger Geruch reicht aus und plötzlich sind Erinnerungen da, die man seit Monaten oder Jahren nicht mehr bewusst gedacht hat.
Und zwar aus mehreren Gründen. Der erste Grund ist wahrscheinlich der emotionalste. Es gibt kaum ein Gewürz, das bei mir so unmittelbar Erinnerungen auslöst. Sobald ich im Herbst oder Winter den Duft von Zimt wahrnehme, passiert etwas. Man denkt sofort an Weihnachten. An Kekse. An Punsch. An Bratäpfel. An Weihnachtsmärkte. An Familienfeiern. An Kindheitserinnerungen. Kaum ein anderes Gewürz besitzt diese Fähigkeit so stark. Ein einziger Geruch reicht aus und plötzlich sind Erinnerungen da, die man seit Monaten oder Jahren nicht mehr bewusst gedacht hat.
Zimt kann deutlich mehr als Süßspeisen
Genau hier machen viele Menschen allerdings einen Fehler. Für viele endet die Verwendung von Zimt bei:
- Apfelstrudel
- Milchreis
- Weihnachtskeksen
- Punsch
- Tee
Dabei beginnt dort eigentlich erst die spannende Seite. Zimt harmoniert hervorragend mit Fleisch.
Besonders mit Schweinefleisch. Wenn ich beispielsweise Spare Ribs zubereite oder Barbecue-Rubs mische, sorgt eine kleine Menge Zimt oft für eine zusätzliche Tiefe, die viele Menschen zunächst gar nicht einordnen können. Sie merken nur: „Irgendetwas schmeckt hier besonders rund.“ Auch bei Schmorgerichten funktioniert Zimt hervorragend. Gerade in der kalten Jahreszeit höre ich immer wieder denselben Satz: „Das erinnert mich irgendwie an Weihnachten.“
Und häufig liegt das einfach daran, dass irgendwo im Hintergrund eine kleine Menge Zimt mitarbeitet. Nicht dominant. Nicht aufdringlich. Sondern genau so viel, dass eine zusätzliche Geschmacksdimension entsteht.
Auch Gemüse profitiert davon. Glasierte Karotten mit einer feinen Zimtnote gehören für mich zu den schönsten Beispielen dafür, wie ein Gewürz ein einfaches Produkt auf ein neues Niveau heben kann.
Besonders mit Schweinefleisch. Wenn ich beispielsweise Spare Ribs zubereite oder Barbecue-Rubs mische, sorgt eine kleine Menge Zimt oft für eine zusätzliche Tiefe, die viele Menschen zunächst gar nicht einordnen können. Sie merken nur: „Irgendetwas schmeckt hier besonders rund.“ Auch bei Schmorgerichten funktioniert Zimt hervorragend. Gerade in der kalten Jahreszeit höre ich immer wieder denselben Satz: „Das erinnert mich irgendwie an Weihnachten.“
Und häufig liegt das einfach daran, dass irgendwo im Hintergrund eine kleine Menge Zimt mitarbeitet. Nicht dominant. Nicht aufdringlich. Sondern genau so viel, dass eine zusätzliche Geschmacksdimension entsteht.
Auch Gemüse profitiert davon. Glasierte Karotten mit einer feinen Zimtnote gehören für mich zu den schönsten Beispielen dafür, wie ein Gewürz ein einfaches Produkt auf ein neues Niveau heben kann.
Warum Zimt weltweit so beliebt ist
Ein weiterer Grund, warum ich Zimt so spannend finde: Er ist in vielen der bekanntesten Gewürzmischungen der Welt enthalten. Zum Beispiel in:
- Garam Masala (Indien)
- Ras el Hanout (Nordafrika)
- Baharat (Naher Osten)
- Fünf-Gewürze-Pulver (China)
- verschiedenen Barbecue-Rubs in den USA
Das zeigt, wie universell dieses Gewürz eigentlich ist.
Viele Menschen essen regelmäßig Gerichte mit Zimt, ohne es überhaupt zu bemerken.
Viele Menschen essen regelmäßig Gerichte mit Zimt, ohne es überhaupt zu bemerken.
Was viele über Zimt nicht wissen
Das Spannendste an Zimt ist für mich aber vielleicht etwas ganz anderes. Zimt ist eine Baumrinde. Wenn man darüber nachdenkt, ist das eigentlich verrückt. Die meisten Gewürze stammen von:
- Samen
- Früchten
- Wurzeln
- Blättern
- Blüten

Bei Zimt verwenden wir die innere Rinde eines Baumes. Und irgendjemand muss irgendwann einmal auf die Idee gekommen sein, genau diese Rinde zu trocknen und zu probieren. Das zeigt eindrucksvoll, wie kreativ und neugierig Menschen beim Thema Essen schon immer waren.
Ceylon-Zimt oder Cassia-Zimt?
Bei Zimt gibt es übrigens verschiedene Arten. Die bekanntesten sind:
Ceylon-Zimt
Wird oft als „echter Zimt“ bezeichnet. Er besitzt ein feineres Aroma, ist etwas milder und enthält deutlich weniger Cumarin.
Cassia-Zimt
Ist günstiger und in Europa deutlich häufiger erhältlich. Er schmeckt kräftiger und intensiver, enthält jedoch mehr Cumarin. Für den gelegentlichen Gebrauch ist das meist kein Problem. Wer jedoch sehr regelmäßig größere Mengen konsumiert, sollte auf hochwertigen Ceylon-Zimt achten.
Ceylon-Zimt
Wird oft als „echter Zimt“ bezeichnet. Er besitzt ein feineres Aroma, ist etwas milder und enthält deutlich weniger Cumarin.
Cassia-Zimt
Ist günstiger und in Europa deutlich häufiger erhältlich. Er schmeckt kräftiger und intensiver, enthält jedoch mehr Cumarin. Für den gelegentlichen Gebrauch ist das meist kein Problem. Wer jedoch sehr regelmäßig größere Mengen konsumiert, sollte auf hochwertigen Ceylon-Zimt achten.

Die gesundheitlichen Vorteile von Zimt
Zimt wird seit Jahrhunderten geschätzt. Neben seinem Aroma werden ihm verschiedene positive Eigenschaften zugeschrieben. Unter anderem enthält Zimt:
- antioxidative Pflanzenstoffe
- ätherische Öle
- sekundäre Pflanzenstoffe
In wissenschaftlichen Untersuchungen wird unter anderem erforscht, welchen Einfluss Zimt auf den Blutzuckerspiegel, Entzündungsprozesse und den Stoffwechsel haben kann. Natürlich ist Zimt kein Wundermittel. Aber er ist ein gutes Beispiel dafür, dass Gewürze weit mehr sein können als reine Geschmacksträger.
Mein Fazit
Wenn man mich heute nach meinem Lieblingsgewürz fragt, lautet die Antwort ganz klar: Zimt.
Nicht nur wegen seines Geschmacks. Nicht nur wegen seiner Vielseitigkeit. Sondern weil kaum ein anderes Gewürz so viele Dinge miteinander verbindet. Erinnerungen. Emotionen. Kulinarische Tradition. Gesundheit. Handwerk. Und genau das macht gutes Essen für mich aus.
Denn manchmal reicht schon eine kleine Prise eines Gewürzes, um aus einem Gericht eine Erinnerung zu machen.
Nicht nur wegen seines Geschmacks. Nicht nur wegen seiner Vielseitigkeit. Sondern weil kaum ein anderes Gewürz so viele Dinge miteinander verbindet. Erinnerungen. Emotionen. Kulinarische Tradition. Gesundheit. Handwerk. Und genau das macht gutes Essen für mich aus.
Denn manchmal reicht schon eine kleine Prise eines Gewürzes, um aus einem Gericht eine Erinnerung zu machen.






