Mein Lieblingsküchengerät

26.06.2026

Warum ein Reiskocher in meiner persönlichen Küchengötter-Hierarchie ganz oben sitzt 

Wenn man einen Küchenmeister fragt, was sein Lieblingsküchengerät ist, erwartet man normalerweise eine ziemlich beeindruckende Antwort.  Vielleicht einen Rational-Kombidämpfer. Vielleicht einen Pacojet. Vielleicht einen Thermomix. Oder irgendeine futuristische Maschine mit Touchscreen, WLAN-Anbindung und mehr Rechenleistung als die Mondlandefähre.  
Die Antwort wäre verständlich. Schließlich durfte ich in meiner Laufbahn mit Geräten arbeiten, die mehrere tausend Euro kosten, hunderte Portionen produzieren und Dinge können, die vor wenigen Jahrzehnten noch pure Science-Fiction gewesen wären. Umso enttäuschender – oder überraschender – fällt meine Antwort aus: 

Mein Lieblingsküchengerät ist ein Reiskocher. 
Ja. So ein Ding. Ein Knopf. Ein Topf. Zwei Einstellungen. „Cook“ und „Warm“. Das war’s.
Reiskocher mit frisch gekochtem Reis

Der Reiskocher: Der unscheinbare Held der Küche 

Wenn Küchengeräte eine Hierarchie hätten, wäre der Reiskocher eigentlich der Hausmeister. 
Nicht besonders glamourös. Nicht besonders aufregend. Er steht irgendwo in der Ecke und macht still seinen Job. Während Rational, Pacojet und Thermomix ständig damit angeben, was sie alles können, sitzt der Reiskocher ruhig daneben und denkt sich: „Redet ihr nur. Ich funktioniere einfach.“ Und genau deshalb mag ich ihn.

Warum ich dem Reiskocher mehr vertraue als manchen Menschen 

Der große Vorteil eines Reiskochers ist seine Zuverlässigkeit. Wenn ich Reis im Topf mache, gibt es viele Möglichkeiten, Fehler zu machen. Zu viel Wasser. Zu wenig Wasser. Zu hohe Temperatur. 
Zu niedrige Temperatur. Man vergisst ihn. Man schaut Netflix. Man beantwortet kurz eine Nachricht. Man denkt sich: „Das geht sich schon aus.“ 

Spoiler: Geht sich meistens nicht aus. Der Reiskocher dagegen urteilt nicht. Der Reiskocher diskutiert nicht. Der Reiskocher macht einfach seinen Job. Reis hinein. Wasser hinein. Deckel zu. Affe tot. Und mit erstaunlich hoher Wahrscheinlichkeit ist der Reis später genau so, wie er sein soll. 

Der Reiskocher hat zwei Knöpfe und trotzdem mehr Lebenskompetenz als manche Hightech-Geräte 

Was mich am Reiskocher fasziniert, ist seine beinahe philosophische Einfachheit. 
Andere Geräte kommen mit Handbüchern, die dicker sind als manche Kochbücher. 
Der Reiskocher hat genau zwei Zustände: 
Mehr nicht. Und irgendwie reicht das. Vielleicht sollten wir Menschen uns davon manchmal eine Scheibe abschneiden. 

Dinge, die man eigentlich nicht im Reiskocher machen sollte 

Natürlich könnte man jetzt sagen: „Schön. Der kocht halt Reis.“ Das stimmt. 
Aber irgendwann kommt bei jedem Koch der Moment, an dem er sich fragt: „Was passiert eigentlich, wenn ich etwas völlig anderes hineingebe?“ 

Und genau da beginnt die Abenteuerreise. 

Kaiserschmarrn im Reiskocher 

Ja. Das funktioniert. Und zwar überraschend gut. Kaiserschmarrnmasse hinein. Deckel zu. Etwas warten. Wenden. Noch einmal warten. Fertig. 

Das Ergebnis ist goldbraun, locker und erstaunlich ansehnlich. Würde meine Großmutter diese Methode gutheißen? Wahrscheinlich nicht. Funktioniert sie trotzdem? Absolut. 

Rindsuppe im Reiskocher 

Das klingt zunächst wie eine Küchen-Sünde. Aber wer schon einmal eine gute Rindsuppe gekocht hat, weiß: Eine gute Suppe soll ziehen. Nicht kochen. Nicht sprudeln. Nicht explodieren. 
Sie soll einfach gemütlich vor sich hin arbeiten. Und genau das macht der Reiskocher. 
Einmal aufkochen. Den Schaum abschöpfen. Dann stundenlang in Ruhe lassen. Das Gerät wurde vermutlich nie für diesen Zweck entwickelt. Aber manchmal entdeckt man die spannendsten Anwendungen dort, wo sie eigentlich gar nicht vorgesehen waren.

Schwarzer Knoblauch – oder: Wie man einen Reiskocher mehrere Wochen lang beschäftigt 

Eine der verrücktesten Anwendungen ist die Herstellung von schwarzem Knoblauch. 
Hier wird die Warmhaltefunktion des Reiskochers genutzt, um Knoblauch über Wochen kontrolliert zu erwärmen. Am Ende entsteht etwas, das mit normalem Knoblauch nur noch wenig gemeinsam hat. Schwarz. Weich. Süßlich. Voller Umami. Fast schon magisch. 

Man könnte sagen: 
Der Reiskocher verwandelt Knoblauch in seine finale Entwicklungsstufe. 

Meal Prep für Faule, Gestresste und Sportler 

Ein weiterer Grund, warum ich Reiskocher liebe: Sie sind unglaublich praktisch. Reis hinein. Gemüse hinein. Vielleicht etwas Hühnerfleisch oder Fisch dazu. Deckel schließen. Fertig.

Währenddessen kann man trainieren gehen, E-Mails beantworten oder darüber nachdenken, warum man eigentlich drei verschiedene Messer braucht, obwohl man immer nur dasselbe verwendet. Der Reiskocher arbeitet einfach weiter. Ohne Drama. Ohne Beschwerden. Ohne Gewerkschaft.

Warum der Reiskocher alle anderen Geräte schlägt

Versteht mich nicht falsch. Ich liebe Rationalöfen. Ich liebe Pacojets. Ich liebe moderne Küchentechnik. Aber wenn ich ehrlich bin, gibt es kaum ein Gerät, das mir über die Jahre so viele verlässliche Dienste geleistet hat wie ein Reiskocher. Er ist günstig. Er ist robust. Er braucht kaum Aufmerksamkeit. Und er liefert erstaunlich konstante Ergebnisse.

Während andere Geräte mit hunderten Funktionen werben, konzentriert sich der Reiskocher auf das Wesentliche: Er macht seine Aufgabe verdammt gut.
Ein humorvolles Composing zeigt einen Affen mit Helm und Schutzbrille, der aus einem bewaffneten Reiskocher auf Kettenfahrwerk heraus auf einen Industrie-Kombidämpfer schießt. Der Ofen explodiert, Glas splittert und Flammen schlagen aus dem Gerät. Im Hintergrund sind ein tropischer Strand, Palmen und das Meer zu sehen. Eine Piratenflagge sowie Schilder mit der Aufschrift „Affe tot“ und „Reiskocher Regel Nr. 1: Affe tot!“ unterstreichen den satirischen Charakter der Szene.

Mein Fazit

Wenn ich eine einsame Insel betreten müsste und genau ein Küchengerät mitnehmen dürfte, wäre die Entscheidung vermutlich schneller gefallen als mir lieb ist. Nicht der Rational. Nicht der Thermomix. Nicht der Pacojet. Sondern der Reiskocher. Vielleicht liegt wahre Größe eben nicht darin, möglichst viele Dinge zu können. Sondern darin, eine Sache zuverlässig richtig zu machen.
Und genau deshalb sitzt der Reiskocher in meiner ganz persönlichen Küchengötter-Hierarchie mittlerweile auf einem goldenen Thron irgendwo zwischen den Wolken. Umgeben von andächtigen Affen. Mit einer Schüssel perfekt gekochtem Reis in der Hand.

Und ganz ehrlich?
Er hat sich diesen Platz verdient.

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